Henninger Musikpreis

Seit 2002 hat es die Kulturstiftung übernommen, den Henninger Musikpreis zur Förderung junger Friedrichdorfer Talente auszurichten. Er wird alle zwei Jahre veranstaltet und jedes Mal stellen sind rund zehn Teilnehmer in den Kategorien Solisten und Ensembles sowie Klassischer und Unterhaltungsmusik dem Wettbewerb. In den letzten Jahren hörten die Zuschauer und die Jurymitglieder mache herausragende Leistung. Den Termin für den nächsten Henninger Musikpreis mit Teilnahmenbedingungen finden Sie unter “Projekte”.

 

Bartl und Krauß beste Solisten

Pressetext zum 7. Henninger Musikpreis – Taunus Zeitung, 04.04.06 Köppern.

Am Sonntagvormittag ist im Bürgerhaus Fangen angesagt. Kinder in weißen T-Shirts und dunklen Hosen jagen um die Sitzreihen. Sie müssen unbedingt noch Energie loswerden. Gleich werden sie konzentriert auf der Bühne stehen und singen. Die Verleihung des “Henninger Musikpreis-Wettbewerbs 2006” steht an. Insgesamt 13 Beiträge stehen auf dem Programm, von Solisten und Ensembles, Laien allesamt, weil noch jung, etwa 30 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren, fleißig übenden Musikern und Sängern, die aus Friedrichsdorf stammen oder aber hier Instrumentalunterricht genießen. Dann kehrt Ruhe ein im Publikum, das wie ein großes Familientreffen aussieht. Auch Säuglinge sind dabei. Musikerziehung kann gar nicht früh genug beginnen. Der Initiator Helmut Müller begrüßt die Versammlung. Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) spricht in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kulturstiftung: “Der Wettbewerb des Köpperner Stifter-Ehepaars Henninger will jungen Menschen aus unserer Stadt die Möglichkeit geben, ihr Können öffentlich vorzustellen und ihre Leistungen zu überprüfen.” Zunächst aber singt der Volkschor Köppern ein Lied vom Frühling, “der sein blaues Band” flattern lässt. Dann kommt mit Orchester und Chor der Grundschule Burgholzhausen ganz junges Leben auf die Bühne. Zufall, dass der Chorleiter Jochen Schimmelschmidt eine ganz ähnliche Künstlerfrisur (graue Locken) trägt wie Sir Simon Rattle, der berühmte Dirigent, der mit Berliner Schülern ein Stück von Strawinsky auf die Bühne brachte. Musik ist nicht etwa Luxus, sondern Lebensnotwendigtkeit. Sie fordert Geist und Konzentration und macht Freude, wie sehr, das zeigt sich bei jedem der 13 Beiträge an diesem Vormittag. Maria Schönwälder (Klavier), Florian Bartl (Violine) und Nathalie Jauch (Cello), zehn und neun Jahre alt, meistern den öffentlichen Auftritt und bringen ihre Stücke mit Bravour dar. Die Jury, Horst Burghardt, der Dirigent Tilmann Köster, der Musikkritiker Michael Dellith und Helmut Müller (für die Stifter) wie auch Ilse Levermann vom Volkschor und Erwin Wilzek als Geschäftsführer der Kulturstiftung sind ganz Ohr. Was Friedrichsdorf musikalisch hervorbringt, ist bemerkenswert und lässt hoffen. Bekannte Namen sind unter den Bewerbern um diesen Preis, wie etwa Clara Zipperling (Klavier), ein Zögling von Lars Keitel, oder die Senkrechtstarter der Saison (“Jugend musiziert”) Julia Watson und Antonia Lagemann (Gesang und Klavier). Auch außergewöhnliche Instrumente wie das Fagott (Christina Pauly) sind dabei. Daniel Weber zeigt mit Bachs “Allemande”, welche Ausdruckskraft die klassische Gitarre hat. Die Auswahl der Komponisten lässt nichts vermissen, sie reicht von Bach über Beethoven und Mozart, bis hin zu Robert Schumann, Béla Bartók und Hugo Wolf. Der Wechsel von Chören, wie La Cappella unter der Leitung von Veronika Bauer, zu Sologesang und instrumentaler Darbietung unterhält das Publikum aufs Schönste. Während sich das Szenario auf der Bühne ständig verändert, spielen sich andere Musiker im Probenraum ein. Gerd Schulz von der Musikschule Friedrichsdorf geht mit Franziska Schweitzer eine Telemannsonate für zwei Blockflöten durch. Nina Kniggendorf hält ihr hochglänzendes Saxofon spielbereit im Arm. Um 14.30 Uhr gibt Horst Burghardt die Entscheidung bekannt. Den ersten Preis der Solisten teilen sich Florian Bartl und die Pianistin Melissa Krauß (je 350 Euro), den zweiten Preis teilen sich Nathalie Jauch und Maria Schönwälder (je 200 Euro), Dritte wurde mit 150 Euro Christine Pauly. In der Sparte Ensembles sicherte sich La Cappella den ersten Preis (400 Euro), der Grundschulchor- und das Orchester Burgholzhausen sowie das Blockflötenensemble der Musikschule den zweiten Preis (jeweils 250 Euro). Als Förderung für die Ensembles übergab Müller jedem 50 Euro.